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Dienstag, 7. April 2015

(Miloš Forman 1984) Amadeus - 2015 April



Warum dieser Film als besonders gut gilt, ist mir schleierhaft. Die ganze Konstruktion ist beknackt und an den Haaren herbeigezogen. Salieri berichtet - diesmal als sichtbarer Sprecher aus dem Off - zum Thema Mozart. Er als alter Kerl ist erbärmlich schlecht gespielt, wirkt wie wie eine schlechte Karikatur; dazu kommt noch diese miserable Maske, dozierender Ton - unerträglich, zudem der gesamte Film dadurch ohne Funktion in die Länge gezogen wird. Das ist die gesamte Rahmenkonstruktion des Films. Zwischendurch wird's deutlich besser, nämlich dann, wenn der Hofstaat Wiens und die ganze adelige Mischpoke erscheint.
Mozart selbst wird sehr interessant gespielt - der ist einfach umwerfend; Salieri in mittlerem Alter ist auch ziemlich gut, Constanze bleibt blass und punktet nur durch Schönheit; Kaiser Joseph II ist eine sehenswerte Erscheinung.
Mit den historischen Elementen nimmt Foreman es nicht so genau, z.B. mit diesen Fernsehballett-Einlagen bei den Aufführungen; auch die Einbindung des Vaters, eigentlich eine sehr interessante Geschichte, ist nur über diese Briefe ist schwach geraten.
Filmisch oft gut gemacht, in den ersten zwei Dritteln sind die Einstellungen auch ziemlich gut, dann wird's sehr steif.
Versöhnlich stimmt einen dann die Musik, aber da gibt man besser sein Geld für eine CD aus.



Dienstag, 16. September 2014

(John Carney), 2013 - Can a Song save your life - 2014 August


Also eigentlich liebe ich alle Filme, die Musik zeigen. Das ist auch das, was ich an diesem Film schätze. Sonst aber unerträglich. Alle voller lächelnder oder lachender Menschen, die ständig "natürlicherweise" auf den Strassen herumtanzen, permanent singen und diese extrem einzigartigen New Yorker repräsentieren, deren Originalität darin besteht, einen Bart zu haben oder in einem coolen Appartment zu wohnen.  
Kitschige Beleuchtung, ständig die Knightley in Nahaufnahme (macht gefühlte 30% des Films aus), grinsend oder süss lächelnd, als Provinzmäuschen. Ihr Gegenspieler Mark Ruffalo, ein versoffenes Genie, Jaguarfahrer, geschieden, niedliche Tochter ... mann, das kann man ja kaum aushalten. Und die Tochter kriegts richtig dicke: Sie läuft in diesem Fetzenlook rum ("na, da wirste sehn, welche Kerle du so anlockst" - ich hör meine Urgroßmutter pfeifen) legt sich dezente Kleidung zu und ab da klappts alles richtig. Wie bitte?
Und dann diese Musiker, die unentwegt gutgelaunt vor sich hingrooven - vormittags arbeiten einige von ihnen vielleicht mit ferngesteuerten Drohnen im Irak und grooven dann nachmittags lustig weiter. Haha.

Sonntag, 25. Mai 2014

(Marc Webb) The Amazing Spiderman - 2014 Mai


Link zum Trailer
Eine Mischung zwischen Märchen (Blondine wird von finsteren Mächten geraubt, der Prinz bemüht sich sie zu retten), partiellem Weltuntergang (wie bei Gaston - der Stadt wird der Saft abgedreht), Lonley Wolf (Romanze ja, Bindung nein) und amerikanischer Wanderpredigermentalität (Never Give up Hope).
Die Story ist schnell erzählt: Spiderman räumt auf, diesmal gleich mit zwei Kerlen. Warum, weshalb, wieso - muss man sich nicht fragen, solche Filme sollen ja auch nicht logisch sein; man versteht nämlich weder Spiderman noch seine Gegner und ihre wesentliche Charaktereigenschaften sind ihre Kostüme. Die Actionszenen sind auch nur manchmal kurzweilig (dieses Herumgefliege in der Stadt kennen wir schon sattsam aus den anderen Spiderman-Filmen), diesmal ist allerdings eine ernsthafte Bedrohung der Welt dabei: Electro schaltet die Leuchtreklamen am Times-Square ab, das geht natürlich gar nicht. Zum Schluss greift der Regisseur in die Godzilla-Trickkiste und lässt Elecro die halbe Stadt in Schutt und Asche legen, auch hier versteht man nicht, wieso.
Mit anderen Kostümen für die Darsteller ausgestattet, könnte der Film deshalb auch fast als "Thor 3" oder "Iron Man 4" durchgehen.

Plus-Minus-Bilanz: Held überlebt, tote Blondine, toter Afroamerikaner.

Freitag, 9. Mai 2014

(Francois Ozon) Jung und schön, 2014 Februar



Link zum Trailer
... hatte ich ganz vergessen, dass ich den gesehen hatte, hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich weiß nicht, wer sich sowas Blödes ausdenkt. Ein alter Typ hat einen Herzinfarkt, während er mit einer jungen, optisch und sonst irgendwie "frischen" minderjährigen Frau vögelt, ein Stereotyp erster Klasse, angeblich Wunschvorstellung aller Männer vom "schönen Tod". Und der Zuschauer darf mal mit rein in die Hotelzimmer, wenn´s zur Sache geht. Gähn - diesen Ansatz kennen wir seit der Kameliendame.
Darum rankt sich handlungsmäßig die ganze Story.  Um alles ist noch eine Familiengeschichte mit Freunden angesiedelt: das Mädchen macht den Adoptivvater scharf, die Mutter - hat natürlich auch eine Affäre - versteht ihre Tochter nicht (kommt mit auch bekannt vor); Gelaber beim Psychologen - sie hat diese Lolita-Nymphmain-Veranlagung, ein eher literarisches Konstrukt, das irgendwie alle männlichen Regisseure reizt, herrje nochmal.
Wie kriegt man da noch einen anständigen Schluss hin? Lolita versöhnt sich mit der Frau ihres "Geliebten" - wussten wir schon immer, dass bei Frauen angeblich so eine "ich-versteh-dich-Kiste" haben sollen, die Große Mutter, die alle Konflikte an ihren Busen drückt und so eliminiert.

Dienstag, 6. Mai 2014

(Darren Aronofsky) Noah - 2014 Mai



Link zum Trailer
Mindestens 40 Minuten zu viel und eine bunte Mischung aus Harry Potter, Mad Max, Transformers und Conan.  Erst läuft Noah durch irgendwelche Steppen oder Gebirge, seine Frau versucht dabei, immer scharf, unterernährt aber dennoch frisch gestylt auszusehen, dann tauchen unsäglich blöde gemachte Monster auf, die Wächter (was soll das denn bloß?), die irgendwelchen apokryph-esoterischen Prometheus-Unsinn erklären - Däniken lässt grüßen. Da kann man ja froh sein, das Anthony Hopkins nur Methusalem und nicht Gott spielt. Schaut ein wenig nach Uncle Vester aus. Was die Menschen falsch gemacht haben, was Gott also nicht gefällt, bleibt im Dunklen. Vermutlich sollen das die kalhlgeschlagenen Wälder sein, die immer wieder auftauchen. Vielleicht engagiert sich Gott ja bei Greenpeace. Dann geht´s ein wenig Harry-Potter-mäßig zum beim Bau der Arche. Die "Wächter" - sehen aus wie eine Kreuzung zwischen diesen wandernden Bäume mit den Transformers - entpuppen sich plötzlich als gediegene Zimmerleute und Schiffsbauer. Da passt es gut, dass auch Emmy Watson mitspielt.
Plötzlich ist die Arche voll mit Vögeln, die schlafen in so kleinen Kojen, wie in der Jungendherberge. Damit die Geschichte nicht noch langweiliger wird, taucht irgendein König auf - aber noch mehr langes Gequatsche, seine Gefolgsleute benehmen sich unflätig. Zwischendurch kommen alle möglichen Tiere, schön zu zweit sortiert, und lassen sich häuslich nieder (eine verpasste Gelegenheit: man hätte ja die unkoscheren Tiere einfach draußen lassen können).
Nach ein paar zusammengewürfelten Szenen kommt es zur Endschlacht, Noah gegen den König, Gott hilft mit irgendwelchen Beamerstrahlen mit. Dann endlich ist die Flut da und die Arche entpuppt sich als eine Mischung zwischen Uboot und schwimmender Jugendherberge.
Bei flackerndem Lagerfeuer darf Russel Crowe nun die Genesis kurz zusammenfassen; filmisch illustriert wie nach einem Buch von Bill Bryson und ergänzend "tiefsinninge" Gedanken. Gott sei Dank ist der dann folgende Teil ziemlich dunkel, so dass man nicht alles erkennen kann. Auch der König hat sich auf die Arche gerettet und isst nun ein paar von den Tieren auf (vielleicht einen Dodo), die müssen dann wenigstens den Rest des Films nicht mehr mit erleben, denn nun wird´s turbulent. Der König, alter ego Noahs, mutiert zu Dumbledore, Emma wird schwanger, hat aber nicht mal geheiratet,;Noah, der will, dass die Menschheit untergeht, rastet fundimäßig aus, alle reden nur noch Unsinn, das Baby kommt, dann noch eines (wo bleiben die 9 Monate?), Emma schreit dieses übliche Film-Geburtsgebrüll, die Kinder und der König kämpfen mit Noah, das Wetter wird besser, die Arche läuft auf ein Riff, Noah lässt dann doch den Großvater-Larry raushängen und bums kommt die Taube mit dem Ölzweig, der betrunken Noah und Ham dürfen dann auch nicht fehlen - so ist dieser letzte Teil dann doch ganz kurzweilig. Zum Schluss verschwindet Ham, das ist dann der Anlass für "Noahs Söhne" - bleibt uns hoffentlich erspart.