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Dienstag, 6. Januar 2015

(Frederick Wiseman 2014) National Gallery, 2015 Januar


Ein toller Film, allerdings drei Stunden lang. Gezeigt werden seht unterschiedliche Szenen aus der National Gallery: Von staunenden Besuchern, Führungen, Gesprächen, Interviews, Restauratoren bis hin zu dem Typ, der defekte Rahmen repariert. Geboten wird etwas für unterschiedliche Vorkenntnisse; auch gut im Thema stehende Personen haben etwas davon. Manchmal - so kam es mir jedenfalls vor - gibt es zu viele Szenen mit Zuschauern; da hätte der Film ruhig etwas kürzer sein können (gemeint war wohl: Vielfalt der Zuschauer, Vielfalt der Kunst). Was mir etwas gefehlt hat - als Bernhard-Fan - war die Irrsigler-Perspektive, hätte sich m.E. auch gut angeboten, zumal es in der der Diskussionsrunde um finanzielle Angelegenheiten des Museums auch um Einsparungen beim Personal geht.

Dienstag, 1. Juli 2014

(Charlie Siskel, John Maloof) 2014 - Finding Vivian Maier, 2014 Juli

Link zum Trailer
Ein Superfilm. Erst einmal ist die Story gut (würde man in Romanform als übertrieben betrachten); es geht um das Leben einer vollkommen unbekannten Fotografin, deren Oeuvre per Zufall entdeckt wird, dann sind die Fotografien dieser Frau unglaublich gut und interessant (so eine Mischung zwischen sozialdokumentarischer Fotografie, Weegie und Diane Arbus) und schließlich ist der Film genauso nerdmäßig wie die Fotos von Vivian Maier im Hinblick auf die Protagonisten. Da stimmt alles.

Sonntag, 18. Mai 2014

(Klaymann) Ai Weiwei - Never Sorry - 2014 Mai



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Szenen aus dem Leben von Ai Weiwei und dem Leben in China, auf das er seine Aufmerksamkeit richtet. Eigene Arbeit und Mitarbeiter, Zerstörungen von Häusern, Pfuscherei am Bau bei Erdbeben, Demonstrationen, die Typen von der Staatssicherheit, kurz: all das, was das Leben in China eben nicht lebenswert macht. Der Film ist voll mit historischen Filmszenen, deprimierenden Fotos aus der Kulturrevolution, Interviews mit Freunden, Bekannten, Künstlern, Berichten über die eigene Arbeit und die seiner Lebensbedingungen, Hausdurchsuchungen aber auch Ausstellungen, der verletzte Ai Weiwei usw. alles in Form einer Art Filmcollage. Das ist auch eine interessante Zusammenstellung der letzten Jahre Zeitgeschichte China und USA. Dass der ein "pain in the ass" für die Chinesische Regierung ist, erstaunt nicht. Man versteht nun auch genauer die Rolle von Twitter und Medien in seinem Leben.
Und - die Wirklichkeit zeigt, auch sie ist eine Collage. Wie auch immer, man gewinnt einen sehr guten Einblick in seine Lebensbedingungen und auch in seine Arbeiten.
Muss man glaube ich 2x oder mehrfach sehen, so viele Dinge kommen darin vor.

Mittwoch, 14. Mai 2014

(Paul Strand) Manhatta, 1921 - 2014 Mai



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Das ist ja fast so eine Art Life-Metropolis, in viele Szenen. Man sieht New York um 1920; Menschen, die zur Arbeit streben, auf Schiffen, in Straßen, leblose Straßenschluchten mit Menschengewimmel, Straßenarbeiter, Arbeit an Hochhäusern, Hafenbetrieb, Eisenbahnen, Ozeandampfer - ein Loblied der Moderne. Die Zwischentitel sind echt störend; sie preisen dieses Leben an (z.B. "iron Beauties") - kann man aber anhand der Bilder nicht nachvollziehen. Da muss man schon ein besonderes Faible für Technik haben, wenn man das gut findet (findet sich ja aber in vielen Filme und auch bei bildenden Künstlern aus dieser Zeit). Alles voller Dampf, die Menschen sind Ameisen. Aber als Illustration sehr schön, viele wechselnde Shots, seht statische Einstellungen, interessante Durchblicke, bizarre Formen, schräge Schatten, Diagonalen beherrschen die Szene.

Samstag, 3. Mai 2014

(Paul Haesaert) Visite a Picasso, 1950 - 2014 Mai



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Ein Dokumentarfilm mit vielen Werken Picassos (S/W), chronologisch aufbereitet, dann ist da auch der Meister in seinem Atelier, man kann sein Haus sehen, eher langweilige Teil; man sieht ihn seine Gemälde hin- und herschleppen, Werke tiefgründig betrachten. Im Hintergrund eine nervige Orgelmusik. Diesen ersten teil kann man getrost überspringen.
Nach ca. 7 Minuten wird´s dann spannend. Picasso malt auf Glas, während eine Kamera ihn von der anderen Seite filmt; da kann man wunderbar seine lockere Pinselführung sehen, seine großzügige  Art zu malen, Formen zu finden. 

Freitag, 2. Mai 2014

(Winsor McCay) The Sinking of the Lusitania, 1918 - 2014 April



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Ein interessanter Film. Wir landen in Winsors Atelier, es geht darum, den Untergang der Lusitania als Trickfilm umzusetzen, eine Art Dokumentation. Man erlebt bis zu einem gewissen Grad die Herstellung des Films mit; grafisch teilweise gut gemachte Shots, zwischendurch immer wieder diese tolle grafische Umsetzung wie bei Nemo in Slumberland, passt ja aber eigentlich nicht zu so einem ernsten Thema. Hat ziemliche Längen (häufig die gleichen Szenen).

Montag, 14. April 2014

(Ralph Steiner) H2O, 1929 - 2014 April


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Eine Art Naturgedicht, soll ja eine Dokumentation sein - finde ich nicht. Gezeigt werden zwölf Minuten lang verschiedene Formen, wie man Wasser sehen kann: Meer, Fluss, Wellen, Hydrant, Wasserfall, Gartenschlauch usw. Besonders interessant findet Steiner offensichtlich die abstrakt wirkenden Reflexionen auf dem Wasser, macht mehr oder weniger den zweiten Teil des Films aus.  Die Shows sind alle ca. fünf bis 10 Sekunden lang, arbeiten teilweise dabei noch mit Schleifen. So etwas muss man mögen. Die Musik (ist offenbar ein Stummfilm) klingt (Version 1) ein wenig melancholisch - hört sich ein wenig wie Mahler an, würde ja auch passen; Version 2 ist von D. Sosein - Klavier, passt auch ganz gut.

Montag, 7. April 2014

Jazz on a Summer´s Day - 2014 April

Part 1
So um die 16 Teile sind bei Youtube zu sehen.

Eben wiedergesehen. Ein toller Film mit kleineren Macken. Zunächst ist das gesamte Arrangement wunderbar - Newport, die Yachten, das Wasser, die Typen mit den scharfen Sonnenbrillen, und sowieso, eine kleine Modestudie, dieser Film. Dazu kommen die scharfen Auftritte wie z.B. von Anita O´day oder auch Dinah Washington. Schon deswegen sehr sehenswert. Dann finde ich auch die Verbindung von Hafen und Wasser, den Spiegelungen und Verzerrungen und der Musik in einigen Szenen einfach umwerfend gut gelungen. Natürlich ist die Musik toll - sowieso und vor allem für die die, die Jazz mögen. Dann gibt´s dann noch diesen ersten großen Auftritt von Chuck Berry mit blöde grinsenden Kollegen, noch etwas unbeholfen in der "Jazz"-Begleitung. Schön ist, dass man meist die gesamten Stücke hören kann, die Kamera nicht hin- und herwuselt, sondern eher langsame Schwenks, längere Shots bevorzugt; gut auch die vielen Zuschauerstudien.
Dieser kleine Handlungsstrang der Musiker, die durch die Stadt ziehen, wirkt insgesamt etwas unbeholfen und manchmal etwas kindergartenmäßig, nimmt aber insgesamt wenig Raum ein.

Mittwoch, 26. März 2014

Berlin - Sinfonie einer Großstadt 2014 März


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Seit langer Zeit mal wieder gesehen. Filmisch eine Besonderheit; ich finde das fast impressionistisch, dazu passen auch die den Film prägenden Kamerafahrten, immer in Verbindung mit Kameraperspektiven, die typisch für die 30er Jahre ist mit schrägen Perspektiven, seltsamen Formen und ungewöhnlichem Licht. Keine unmittelbare Beziehung des Zuschauers istmöglich, das wird uns zu cool präsentiert. Trotzdem ein programmatischer Film, denn er berichtet über ein komplettes Phänomen, einem Tag in einer Großstadt; dem entspricht auch dieser hektische Schnitt. Insgesamt ein wenig langweilig, erinnert mich strukturell an Koyaanisqatsi.

Montag, 24. März 2014

In Sarmatien - 2014 März

Link zum Trailer

Kannte ich vorher gar nicht, den Begriff. Es geht um dieses Gebiet zwischen Litauen über Weissrussland und Ukraine bis hin zum Schwarzen Meer. Sehr beeindruckend zusammengestellt, mit sehr persönlich wirkenden Interviews, Situations- und Reisebeschreibungen; das hat nichts Touristisches, sondern der Filme nimmt mehr die Rolle des Internierten ein, bleibt immer zurückhaltend. Der Film ist - obwohl Doku - fesselnd und man möchte eigentlich gerne noch mehr wissen.