Mittwoch, 9. April 2014

(Làslò Moholy Nagy) Film - 2014 März



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Auch so eine Art kubistisch-abstrakter Film. Sich bewegende und sich überschneidende, mechanisch aussehende Formen, Doppelbelichtungen - das alles ergibt seltsame Muster. Aber man sieht schon, woher das kommt: Diagonalen, Spiel mit Licht und Schatten, das, was wir aus seinen Fotografien kennen, so eine Art Verfilmung serieller Musik.

(Jean Renoir) Partie de Campagne - 2014 April






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Man hat das Gefühl, als hätte irgendein impressionistischer Maler seine Palette beiseite gelegt und zur Filmkamera gegriffen; alles aus der guten alte  Zeit. Einzelne Shots erinnern ungemein an impressionistische Bilder, man denkt, der Film spielt in La Grenouillere , die ganze Atmosphäre ist auch so. Da geht es um eine Landpartie, wie wir das von den Impressionisten kennen: Frauen in hellen Kleidern auf Wiesen, im Wald, auf Schaukeln und in Booten; Männer mit Anzügen oder Ringelhemden, fahren rum, essen, angeln; großes Geflirtet und Geknutscht mit Ringelpietz. Soll nicht richtig fertig gemacht worden sein, habe ich gelesen (1938).  Ziemlich schmalzige Musik, von den Schauspielern wird nichts Großartiges gefordert. Aber: Wer impressionistische Filmatmosphäre haben will, der sollte den Film sehen (ca. 40 min).

Dienstag, 8. April 2014

(Jean Cocteau) Das Blut eines Dichters, 1930 - 2014 April

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Einer der eher unbekannten surrealistischen Filme, ist jedoch im Detail m.E. besser ausgeführt als Chien Andalou oder L´age d´or. Die Shots sind länger und, obwohl sie genauso seltsam wie in den anderen Filmen sind, zusammenhängender, hat damit etwas mehr Unheimliches, könnte so eine Art Verfilmung von Situationen aus Magrittes Gemälden sein (es gibt natürlich Parallelen zu den anderen surrealistischen Filmen: ein Sinnesorgan in der Hand, verschlossene Türen, Sprung durch einen Spiegel usw.). Cocteau ist en wenig verliebt in seine Filmtricks, aber immer wieder sind gute erzählerische Strukturen zu finden (wie z.B. die Szene mit den Schlüssellöchern), einige wenige Längen (bei den Balkonszenen). Die Filmmusik ist sehr interessant, von Georges Auric aus der Groupe des Six.

Montag, 7. April 2014

(Cindy Sherman) The Doll is mine - 2014 April




Link zu Youtube

Ein interessanter Film zum Thema Cindy Sherman, die sich ja selbst nicht (zumindest nicht gerne) fotografieren oder filmen lässt. Ihre Fragestellung ist ja "können wir uns wirklich selbst zeigen?" - und dementsprechend thematisiert sie auch Rollen in Fotos, in Stills, mit Puppen. In diesem kurzen Film wird ein Teil ihrer Arbeit thematisiert: Fotografie einer Person in ihrer Rolle. Doch anders als bei den Fotos erlebt man ein Modell, das sich verändert; hier doppelt gemoppelt, weil Asia Argento gleichzeitig die Fotografin und auch das Modell spielt; beide verändern sich in ihren Rollen, der versuch, sich selbst darzustellen.  Das Modell soll femininer aussehen, so die Fotografin, die Fotografin versteht darunter Tränen, ein interessantes Selbstkonzept. Man kann sich gut auf die Personen konzentrieren, es gibt nur wenige Einstellungen. Finde ich als Konzept der Arbeit Shermans gut umgesetzt; die Musik finde ich zu lärmig (Blonde Redhead), die Schauspielerin ist super.

Jazz on a Summer´s Day - 2014 April

Part 1
So um die 16 Teile sind bei Youtube zu sehen.

Eben wiedergesehen. Ein toller Film mit kleineren Macken. Zunächst ist das gesamte Arrangement wunderbar - Newport, die Yachten, das Wasser, die Typen mit den scharfen Sonnenbrillen, und sowieso, eine kleine Modestudie, dieser Film. Dazu kommen die scharfen Auftritte wie z.B. von Anita O´day oder auch Dinah Washington. Schon deswegen sehr sehenswert. Dann finde ich auch die Verbindung von Hafen und Wasser, den Spiegelungen und Verzerrungen und der Musik in einigen Szenen einfach umwerfend gut gelungen. Natürlich ist die Musik toll - sowieso und vor allem für die die, die Jazz mögen. Dann gibt´s dann noch diesen ersten großen Auftritt von Chuck Berry mit blöde grinsenden Kollegen, noch etwas unbeholfen in der "Jazz"-Begleitung. Schön ist, dass man meist die gesamten Stücke hören kann, die Kamera nicht hin- und herwuselt, sondern eher langsame Schwenks, längere Shots bevorzugt; gut auch die vielen Zuschauerstudien.
Dieser kleine Handlungsstrang der Musiker, die durch die Stadt ziehen, wirkt insgesamt etwas unbeholfen und manchmal etwas kindergartenmäßig, nimmt aber insgesamt wenig Raum ein.

Mittwoch, 2. April 2014

Les Mystères du Château de Dé (1929, Man Ray) - 2014 März

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Unbedingt anschauen!
Alles ist Zufall - so der Beginn des Films. Die Kamera nähert sich einer Stadt; die Handlung der Protagonisten erscheint rätselhaft; eine Reise mit Shots aus dem fahrenden Auto, eher langweilig (Man Ray findet allerdings Autofahrten, Technik und Geschwindigkeit offensichtlich interessant, da ist er 1929 nicht der einzige). Allerdings: Man sieht, dass er sich für die wechselnden Perspektiven und Formveränderungen seiner Motive interessiert.

Schließlich landet man in einer Villa - und das ist der Hammer - in der Villa Noailles mit ihrem kubistischen Garten, 1929;

es gibt auch kurze Innenansichten mit bizarrem Kontrast zwischen Plüschsofas und Moderne. Zwischendurch immer wieder zeitgenössische Skulpturen. Der Rest ist eher etwas langweilig (Schwimmbad, irgendwelche Sportspiele), sieht man mal von einigen optischen Spielen ab (diese Zeit scheint fasziniert zu sein von Schatten und schrägen Perspektiven). Die Schauspieler wirken ziemlich unbeholfen, na ja, aber die Villa ansehen, das ist gut. 

Man Ray Le Retour à la Maison - 2014 März

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Ein ziemlich kurzer Film mit experimentellen Bildern. Manches geht kaum über Mélies hinaus, einige Einstellungen sind eher uninteressant (so der Jahrmarkt) oder zeigen deutliche Längen (wie diese dich drehenden Kartonstücke); im eigentlichen Metier ganz gut - Gegenstände auf dem Film, Zufallsstrukturen, Nahaufnahmen interessanter Details, so wie Man Ray auch sonst arbeitet; auch die Projektion von Streifen auf einen Körper am Schluss. Insgesamt doch sehr unzusammenhängend, was die Qualitäten der einzelnen Shots anbetrifft. Na gut, 1928 - da steckt das alles noch in den Kinderschuhen