Mittwoch, 30. April 2014

(Robert Rauschenberg, John Cage, Deborah Hayes, David Tudor, Robert Whitman, Oyvind Fhalstrom) 9 Evenings 2014 April



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Hatte ich mal in Berlin gesehen und jetzt wiedergefunden. Eine Serie von Performance-Abenden mit Robert Rauschenberg, John Cage, Deborah Hayes, David Tudor, Robert Whitman, Oyvind Fhalstrom in den 60ern, ziemlich schräg. Leider nur auszugsweise zu sehen: alle möglichen Geräte, die Geräusche von sich geben. Die Protagonisten sitzen in so einer Art Plastikzelt, sehr mysteriös ausgeleuchtet, mit Bergen von Elektrokabeln, Sound-Generatoren, hören hin, drehen an Knöpfen und vieles mehr. Dazu Tanz- und Performance-Einlagen, experimentelle Choreographie (also mit Freiräumen), sich bewegende Kästen mit Tänzern drauf usw.. Drum herum Publikum, das es offensichtlich nicht glaubt, was es da sieht. Die Filmqualität ist leider sehr schlecht, ist aber alles absolut sehenswert. 
Eine interessante Zusammenfassung gibt es hier.

Montag, 28. April 2014

(Roger Donaldson) The Worlds fastest Indian - 2014 April


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Zunächst gibts da eine unsägliche deutsche Übersetzung des Titels "Mit Herz und Hand" - schier unglaublich. Da wundert´s nicht, dass dieser Film in Deutschland floppte.
Kurz zusammengefasst erzählt dieser Film die skurrile Geschichte eines Neuseeländers, der mit seinem Motorrad (eben der "Indian", heute so ähnlich wie eine Moto Guzzi ausschauend) einen Geschwindigkeitsrekord auf diesem berühmten Salzsee in Utah aufstellen will.
Wie man sich schon denken kann ist, das für einen alten Kerl aus Neuseeland nicht einfach, und - ähnlich wie in einem Märchen - hat der Held der Geschichte (der super spielende Anthony Hopkins) für jede Gefahr für sein Projekt ein "Zaubermittel" als Antwort, getragen von seiner Kauzigkeit, seiner Freundlichkeit und Unerschrockenheit. So schafft er es zum Schluss tatsächlich, einen Rekord aufzustellen.
Insgesamt eine unterhaltsame Komödie, auch für Nicht-Motorrad-Fans; etwas nervig ist jedoch diese "wir Amerikaner sind alle irgendwie Nerds, aber immer sehr, sehr freundlich". Sowas erinnert mich immer an diese schrägen amerikanische Hinterwäldler-Typen aus der Literatur, zwar alle mit gutem Herz, sich aber trotzdem nach Kräften bemüht haben, die Indianer auszurotten; also in dieser Hinsicht finde ich solche Filme ziemlich distanzlos.
Gut geschnitten, auch von der Dramaturgie her überzeugend, ohne Längen, etwas nervige Filmmusik (fand ich zu schmalzig).

Mittwoch, 23. April 2014

(Shirin Neshat) Turbulent - April 2014




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Shirin Neshat fand ich schon immer sehr interessant. Diese kurze Video, Teil einer Trilogie, zeigt 

im Splitscreen links einen iranischen(?) Sänger vor einem voll besetzten Haus, der voller Emotion ein Lied vor einem männlichen Publikum performt. Rechts daneben, verschleiert und zunächst von hinten, eine Frau, die nach dem Mann auftritt, vor leerem Saal. Zunächst eher konventionell beginnend, dann ein seltsames Gemisch aus Gesang, starken Halleffekten, eingeblendeten Sounds - das hört sich so an, als ob sich jemand seine Seele aus dem Leib schreien will. Schwarz-weiß, passt hier gut. 
Die gesungen Texte stammen aus Rumis Gedichte der Leidenschaft (13. Jh) , da heißt es zum Beispiel:
Wie lange kann ich klagen mit Schwermut in Herz und Seele? 
Mein Herz und Seele verbrennen in Agonie. 
Hört sich auf jeden Fall gut an; der Mann vor Männern, die diese Gesichte hören wollen und eine Fra, die sie erlebt. 

Montag, 21. April 2014

(Yves Klein) Anthropometries of the Blue Period and Fire Paintings: Two Performances (1960) , 2014 April


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Das ist dieser bekannte Film von Y. Klein; er als Pinguin, umgeben von Pinguinen und wohl situierten Damen, auf einer Malfläche drei wohlgeformte "Pinsel", die sich in blauer Farbe suhlen und ihren Körper auf Leinwände drücken. Y. Klein hat Podeste für die vorbereitet, die Modelle bemühen sich, möglichst graziös herumzulaufen und sich elegant mit Farbe einzuschmieren, der Meister kontrolliert die Drucke und flüstert den Modellen Kommandos zu. Ergebnis: diese berühmten, sehr archaisch wirkenden Körperabdrücke. Klein erläutert dann anschließend offensichtlich seinem Publikum sein Konzept (Stummfilm). Nächste Aktion: Feuerbilder, mit Feuerwehrmann und herumhopsendem Assistenten, Klein mit Krawatte und Weste mit Flammenwerfer, die Modelle werden mit Wasser besprüht, die Leinwand wird versengt, die Modelle drücken sich mit Farbe nochmals an die Leinwand. Wirkt etwas skurril, man kann aber etwas nachvollziehen, wie "modern" diese Werke für zeitgenössische Beobachter gewirkt haben müssen.

Sonntag, 20. April 2014

Roy Lichtenstein und Andy Warhol entzaubern ihre Kunst, 1966 - 2014 Mai


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Mitte der sechziger Jahre versuchen Roy Lichtenstein und Andy Warhol das zu beschreiben, was sie tun, ihre Intensionen, ihre Bilder.  Diese Dokumentation zeigt beide Künstler in ihren Ateliers, wie sie malen (Lichtenstein), ihre gestalterischen Ansätze erklären - leider nur in Englisch, manche Dinge sind nicht so einfach zu verstehen. Immerhin, man sieht Lichtenstein in seinem Atelier, er erklärt, wie er malt, man sieht seine „Factory“, ziemlich aufgeräumt und klar. Warhol hat da mehr alberne Start-Attitüden, man erfährt etwa über seine „Kunst-Fabrik“, auch sieht man Velvet Underground, Party usw., hier wird die Doku interessant.

Donnerstag, 17. April 2014

(Viking Eggeling) Symphonie Diagonal - April 2014



Auch einer von den frühen abstrakten Filmen. Man sieht grafische Figuren, die an Teile von Kämmen erinnern, gebogene Linien die sich aufbauen oder wieder abbauen. Die Formen erinnern ein bisschen an Klee. Es ist so, als wolle Eggeling zeigen, dass Grafik oder Malerei aus ähnlichen Formen entsteht und wieder vergeht und man es so - als Film - gut begreifen kann. Es gibt mehrere Versionen im Netz, immer mit unterschiedlicher Musik unterlegt - das Original ist ohne Sound.

(Walter Ruttmann) Opus 1, 1921 - April 2014

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Ein Film von Ruttmann (Berlin, Sinfonie einer Großstadt); einer der der ersten abstrakten Filme in Farbe, übrigens einer von vieren. Man sieht unterschiedliche, farbige Flächen, die sich vor einem schwarzen Fond bewegen. Manchmal sind das Halbkreise, manchmal Formen wie Pinselstriche, manchmal Rechtecke, mal ganz zu sehen, mal durch eine schwarze Silhouette teilweise verdeckt. Die Farben changieren oft, die Bewegungen sind unterschiedlich schnell, manchmal fließend, manchmal die ein Pendel, manchmal sich aufblähend und dann verschwindend. Ruttmann, der ja als Maler angefangen hat, präsentiert hier so eine Art abstrakte "Malerei mit Zeit", bei der es vor allem auf Rhythmus ankommt. Unterlegt mit einer fabelhaften Musik von Max Butting, die genau das betont. Meine ersten Assoziationen dazu fand ich besonders interessant. Strukturell erinnerte mich das an die Rhythmen und Bewegungen von TV-Reklamen (Waschmittelpakete von links, fließen nach rechts unten), hier wie so eine Art Storyboard.